Für Tiere im Einsatz Teil 1

Anläßlich unseres 25 jährigen Tierheimjubiläum am 12.März 2018 gibt es nicht nur einen Grund zu feiern, sondern auch zum erinnern. In der Freie Presse Serie “ Für Tiere im Einsatz“ gibt Wieland Josch ein kleinen Einblick in die Arbeit des Tierschutzvereines Freiberg e.V. In unserem ersten Artikel „Albert Schweitzer als Wegweiser“ erhält der Leser ein kurzen Abriss zum Tierheim „Albert Schweitzer“.

Nachdem der Tierschutzverein Freiberg e.V. im September 1990 gegründet wurde, betreuten viele Mitglieder die Tiere in den eigenen vier Wänden. Als bald waren diese Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft. Es musste ein Platz für ein eigenes Tierheim gefunden werden. 1992 erhielt der Verein ein Angebot der Stadt Freiberg. Im Münzbachtal befand sich neben dem ehemaligen Fürstenhof ein Gebäude. Das sollte zu DDR Zeiten für eine geplante Mülldeponie dienen. Damals stand es leer und im Austausch, die Fundtiere der Stadt Freiberg zu betreuen, wurde zur Nutzung Tierheim angeboten.

Das Tierheim öffnete und wuchs mit seinen Aufgaben

Am 12. März 1993 konnte der Verein nach einer kurzen Umbauphase das Tierheim „Albert Schweitzer“ eröffnen. Im Laufe der folgenden Jahre wurden weitere 12 Zwinger angeschafft und zur Betreuung von Hunde genutzt. Am Ende der 90er platzte das Tierheim aber aus allen Nähten.

Ersatz wurde in einer alten Schweinemast gefunden, die sich vis a vis auf der anderen Straßenseite befand. 1999 konnte das Grundstück für eine 1 DM von der Landesregierung erworben werden. Im Frühjahr 2000 begann der Umbau des Sozialgebäudes und notwendige Außenanlagen wurden errichtet.

Am 19. November 2001 besuchten rund 1200 Tierfreunde die Eröffnung des neuen Tierheimes „Albert Schweitzer“. Mit dem Umzug vervierfachte sich die nutzbare Fläche für das Tierheim. Die Anzahl der gefliesten Katzen- und Hundestuben verdoppelte sich. Die beheizbaren Hundestuben verfügen jeweils über einen großen Hundeauslauf. Für drei Katzenstuben und das Kleintierzimmer wurde 2002 eine große Voliere fertiggestellt. In den folgenden Jahren bis 2010 wurden in Spitzenzeiten weit über 400 Tiere pro Jahr betreut.

Fundtiere ja, aber nicht mehr für Freiberg

2014 musste der Tierschutzverein Freiberg e.V. seine Arbeitssituation im Tierheim neu überdenken. Die Unterbringungen von Fundtieren musste auf neue Füße gestellt werden. Während viele Gemeinden die neue Situation annahmen, musste die Zusammenarbeit mit der Stadt Freiberg beendet werden.

Nachdem zahlreiche Fördermaßnahmen weggefallen waren, konnte ein Verlust für die Fundtierbetreuung von mehr als 10.000 Euro pro Jahr nicht mehr ausgeglichen werden. Mit Ausblick auf den kommenden Mindestlohn konnte aber mit der Stadt Freiberg leider keine Einigung gefunden werden.

Zunächst entschied sich die Stadt Freiberg für eine Freiberger Tierpension um die Fundtiere unterzubringen. Nach einen erneuten Angebot des Tierheimes Ende 2016 entschied sich die Stadt Freiberg ab 2017 die Fundtiere nach Freital zu bringen.

Nach wie vor rufen wöchentlich Bürger im Tierheim Freiberg an und möchten Fundtiere anzeigen oder sind auf der Suche nach ihrem vermissten Tier. Allerdings kann das Tierheim „Albert Schweitzer“ für diese Menschen keine Hilfe mehr anbieten.

Nichtdestotrotz betreut das Tierheim Freiberg die Fundtiere anderer umliegender Gemeinden, wie Großschirma oder Weißenborn und vier weiterer Gemeinden.

Von Herzen gegen Schmerzen

Ab 2015 entwickelte das Tierheim einige pfiffige Spendenideen. Mit dem Tierpflegepaten wird besonders alten und Pflege bedürftigen Tieren geholfen. Diese Schützlinge verursachen neben einen hohen personellen Aufwand auch zusätzliche Kosten für Behandlungen und speziellem Futter.

Getreu dem Motto „Von Herzen gegen Schmerzen“ kommen die Spenden der Tierpflegepaten direkt älteren und kranken Tieren zu Gute. Meistens Hunde und Katzen, für die schwer eine neue Familie zu finden ist. 2017 spendeten Tierpflegepaten in regelmäßigen Beträgen rund 24.000 Euro.

Eine weitere Problem lösende Idee ist der Streunerstein, mit dem sich Spender mit einer individuellen Inschrift auf einem Pflasterstein verewigen können. 2017 spendeten über 200 Tierfreunde einen Betrag von über 32.000 Euro um einen in die Jahre gekommenen Hundeauslauf zu sanieren. Innerhalb von einigen Monaten konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen und anschließend umgesetzt werden. Nun befinden sich im Eingangsbereich rund 150 Streunersteine mit unterschiedlichen Inschriften der Spender. Ein Hochbeet bietet auf einer tafel Infos und lädt zum Verweilen ein.

2018 möchte das Tierheim Team die Katzenvoliere sanieren. Risse im Beton, vergammeltes Holz zeugen von ähnlichen Problem wie beim sanierten Hundeauslauf. Der Zahn der Zeit nagt eben an vielen Ecken.

 

By |2018-04-16T22:27:48+00:0027.03.2018|Presse, Tierheim|0 Comments

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